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MediMeets

Online Terminkalender

Ein Online-Terminkalender lässt Patienten Termine rund um die Uhr selbst buchen, verschieben und absagen, abgeglichen mit dem Terminplan der Praxis.

Was ein Online-Terminkalender leistet

In den meisten Praxen führt der Weg zum Termin über das Telefon. Jeder Anruf bindet dabei jemanden am Empfang, jede Buchung unterbricht die Arbeit am Patienten, und wer nach Feierabend anruft, erreicht niemanden mehr. Ein Online-Terminkalender verlagert diese Buchungen auf eine Seite, die durchgehend erreichbar ist. Dort wählt der Patient sein Anliegen aus und bekommt nur die Termine angeboten, die dazu passen, ein Erstgespräch landet also nicht im Zehn-Minuten-Slot einer Kontrolle.

Der zweite Effekt betrifft die Termine, die ausfallen. Bei fast jeder zweiten Praxis werden mindestens 5 Prozent der Termine nicht wahrgenommen, und nur rund ein Drittel dieser Praxen nutzt überhaupt einen Erinnerungsservice (PraxisBarometer Digitalisierung 2025). Automatische Erinnerungen per E-Mail oder SMS setzen genau dort an. Weil sich ein Termin online mit wenigen Klicks absagen lässt, erfährt die Praxis früher von einer Verhinderung, und auf den frei gewordenen Platz kann automatisch der nächste Patient von der Warteliste nachrücken.

Über den Nutzen im Alltag entscheidet die Anbindung an das Praxisverwaltungssystem. Gleicht der Kalender freie Zeiten in Echtzeit mit dem PVS ab, zeigt er immer den tatsächlichen Stand und schließt Doppelbuchungen aus. Ohne diese Anbindung bleibt er eine Insellösung, deren Buchungen das Team von Hand in den Praxiskalender überträgt.

Auswahlkriterien: Anbindung, Buchungslogik, Buchungsweg

An erster Stelle steht die PVS-Anbindung. Der Unterschied liegt darin, ob der Kalender Termine in Echtzeit und in beide Richtungen mit dem System abgleicht oder Buchungen nur zum Übertragen bereitstellt. Danach kommt die Buchungslogik. Eine Einzelpraxis mit drei Terminarten braucht kein Regelwerk, eine Praxis mit Privatsprechstunde, Geräten und mehreren Behandlern dagegen schon, denn dort entscheidet die Logik, ob Patienten im passenden Termin landen.

Strategisch zu klären ist der Ort der Buchung: auf der eigenen Website im Design der Praxis oder auf dem Portal des Anbieters. Ein Portal bringt Reichweite bei Neupatienten mit, verschiebt aber Marke und Datenhoheit zum Anbieter. Dazu kommt die Hürde für den Patienten selbst. Wer ohne App und ohne Konto buchen kann, hat keinen Grund mehr, doch wieder anzurufen.

Woran sich die Produkte unterscheiden

Nach genau diesen Kriterien lässt sich der Vergleich filtern.

  • Echtzeit-2-Wege-PVS-SynchronisationFreie Zeiten und Buchungen werden in Echtzeit direkt mit dem Praxiskalender im PVS abgeglichen — der Online-Kalender zeigt immer den echten Stand, Doppelbuchungen sind ausgeschlossen. Manche Tools schreiben Termine samt Patientenzuordnung direkt in die Akte, andere laufen als Insellösung und müssen manuell übertragen werden.
  • Buchungslogik / Regelwerk (Behandlungsart bestimmt Buchbarkeit)Das System bietet je nach Anliegen nur passende Slots an, sodass Patienten automatisch im richtigen Termin landen statt im falschen. Einfache Tools zeigen einen Einheitskalender, ausgereifte bilden komplexe Praxisregeln ab.
  • Warteliste / Nachrücker-AutomatikSagt ein Patient ab, rückt automatisch jemand von der Warteliste nach und wird per SMS/E-Mail informiert — freie Slots bleiben nicht leer. Einfache Systeme überlassen das Nachbesetzen dem Team.
  • Multi-Ressourcen-Planung (Räume/Geräte/Personal)Ein Termin wird nur vergeben, wenn Behandler, Raum und Gerät gleichzeitig frei sind (z. B. MRT + Radiologe + Raum). Einfache Kalender können nur einen Behandler abbilden.
  • Buchung im Praxis-Design (White-Label)Das Buchungs-Widget erscheint im Look der Praxis-Website statt unter fremder Marke. Andere Tools drängen die Praxis auf ihr eigenes Portal/ihre App und verschieben so Marke und Datenhoheit.
  • Serien-/Kettentermine (inkl. mehrstufig)Mehrere zusammenhängende Termine werden auf einmal geplant — von einfachen Wiederholungen bis zu Behandlungspfaden mit festen Abständen und Reihenfolge (z. B. Implantat, Impfserie). Nur stärkere Systeme beherrschen echte mehrstufige Ketten.
  • Recall / WiedereinbestellungDas System lädt Patienten automatisch zu Folge- oder Vorsorgeterminen ein (z. B. Prophylaxe, Kontrolle). Datengetriebener Recall aus der Behandlungshistorie braucht zusätzlich PVS-Anbindung.
  • Buchung ohne App/KontoDer Patient bucht in Sekunden über die Praxis-Website, ohne Registrierung oder App-Installation. Das hebt die Abschlussquote gerade bei Neupatienten — anders als Portallösungen, die einen Account voraussetzen.
  • Auffindbar über Anbieter-PortalDie Praxis wird zusätzlich über den Marktplatz des Anbieters gefunden (z. B. Doctolib, jameda), wo Millionen Patienten aktiv suchen. Reine Werkzeug-Lösungen bringen diese Neupatienten-Reichweite nicht mit.
  • Terminsteuerung nach Versichertenart (GKV/PKV)Für Kassen- und Privatpatienten lassen sich getrennte Kontingente und Zeitfenster steuern. Wichtig v. a. für Praxen mit gezielter Privatsprechstunde, für viele andere unerheblich.
Grundfunktionen dieser Kategorie

Diese Funktionen hat jedes Produkt der Kategorie. Sie taugen nicht zur Unterscheidung.

  • 24/7 Online-Terminbuchung
  • Behandlerwahl
  • Terminarten mit eigener Dauer
  • Automatische Erinnerungen (E-Mail/SMS)
  • Termin-Selbstverwaltung (Umbuchen/Absagen)

Braucht ein Online-Terminkalender ein PVS?

Nein, aber der volle Nutzen entsteht erst mit der Anbindung. Ohne sie arbeitet der Kalender als Insellösung: Patienten buchen online, das Team überträgt die Termine von Hand in den Praxiskalender und zurück. Das spart die Anrufe, nicht die Pflege. Mit Anbindung entfällt diese Doppelarbeit, Buchungen landen samt Patientenzuordnung im System, und erst aus der Behandlungshistorie heraus wird ein Recall möglich.

Was ein PVS ist und warum seine Schnittstellen entscheiden →

Anbieter in dieser Kategorie

Alle 20 Produkte der Kategorie, dargestellt wie im Katalog.

Häufige Fragen

Was kostet ein Online-Terminkalender?

Die meisten Anbieter rechnen monatlich ab, oft je Behandler. Wie hoch der Preis liegt, hängt vor allem an der Tiefe der PVS-Anbindung und daran, ob Patientenkommunikation wie Erinnerungen und Recall enthalten ist.

Müssen Patienten eine App installieren?

Bei den meisten Produkten nicht. Die Buchung läuft dann im Browser über die Website der Praxis. Einige Anbieter setzen stattdessen auf ein eigenes Portal mit Patientenkonto, das bringt Reichweite bei Neupatienten, ist für den einzelnen Patienten aber eine zusätzliche Hürde.

Hilft ein Online-Terminkalender gegen Terminausfälle?

Bei fast jeder zweiten Praxis werden mindestens 5 Prozent der Termine nicht wahrgenommen (PraxisBarometer Digitalisierung 2025). Automatische Erinnerungen setzen genau dort an, und über eine Warteliste lassen sich frei gewordene Termine nachbesetzen.

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